Annenkapelle und Ratskapelle

Der Eingangsbereich verbindet zwei Kapellen miteinander: die Annenkapelle und die Ratskapelle. Beide Kapellen sind für Besucher kostenfrei zugänglich, ausgenommen bei laufenden Veranstaltungen. Die Kapellen geben Aufschluss über die Geschichte der Eusebiuskirche.

Annenkapelle
In der Annenkapelle an der Nordseite der Eusebiuskirche lädt eine Bilderausstellung mit dem Thema „Die Eusebiuskirche im Laufe der Jahrhunderte“ zum Besuch ein. Darin wird veranschaulicht, wie sich das äußere Erscheinungsbild des Gotteshauses durch die Zeitläufte verändert hat, etwa infolge der Aufstockung des Turms. Das jüngste Bild der Ausstellungsreihe ist ein Foto aus dem Jahre 1930, das vom Marktplatz aus aufgenommen wurde. In der Ratskapelle setzt sich die Reihe unter dem Titel „Zerstörung und Wiederauferstehung im 20. Jahrhundert“ fort.


In der Annenkapelle gibt es auch ein schönes Bleiglasfenster zu bestaunen. Dabei handelt es sich um ein Gedenkfenster aus der 1990 abgerissenen Kleinen Eusebiuskirche. Das Fenster ist als sogenanntes Apostelfenster dem Jesusjünger Simon dem Zeloten geweiht und hat die Flucht vor Krieg und Zerstörung zum Thema. Das Thema bezieht sich auf Matthäus 24,2: „Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben“ und stellt damit auch einen Bezug zum Jahr 1944 her, in dem Arnheim stark zerstört wurde.
Eine private Initiative, die von der Arnheimer Denkmalschutzkommission unterstützt wurde, kämpfte mit Erfolg dafür, die wertvollen Glasfenster der Kleinen Eusebiuskirche zu retten. Das Fenster wurde daraufhin abgebaut und zwischengelagert. Ein eigens neu gegründetes Komitee setzte sich in der Folge dafür ein, das Bleiglasfenster entweder in der St.-Walburga-Kirche oder in der Eusebiuskirche wieder einzusetzen. Schließlich wurde das Fenster von der Rahmenglaserei Bas Beckers aus technischen Gründen in der Form angepasst und in der Annenkapelle eingesetzt.

Ratskapelle
Die Ratskapelle an der Südseite der Eusebiuskirche steht ganz im Zeichen des furchtbaren Schicksals, das der Kirche während der Schlacht um Arnheim im September 1944 widerfuhr.

Die Fotoausstellung „Zerstörung und Wiederauferstehung im 20. Jahrhundert“ dokumentiert, wie sich die Eusebiuskirche als Folge der Kriegszerstörungen von innen und außen verändert hat. Gezeigt wird, wie die Kirche nach Granatbeschuss einstürzte und damit auch einen Großteil ihrer historischen Ausstattung einbüßte. Im Rahmen des Wiederaufbaus wurde die Kirche zwar weitgehend im Originalzustand restauriert und rekonstruiert, Teile des Baus entstanden jedoch in moderner Form neu. Für die obere Turmhälfte wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, und der Bildhauer Henk Vreeling schuf nach dem Vorbild von Walt-Disney-Figuren moderne Masken und Wasserspeier, die heute die Turmspitze zieren.

„Die Kirche ist neu und spiegelt dennoch das Alte wider“, so Bauleiter Adrie Schellevis.

Ein ganz besonderes Kunstwerk zeigt sich Besuchern, die in der Ratskapelle den Blick nach oben richten. An der Decke wurden mit Eisendrähten 19 Bronzeskulpturen befestigt, die Fallschirmspringer darstellen. Das Kunstwerk erinnert an die britischen Fallschirmjäger, die während der Operation Market Garden im September 1944 vergeblich versuchten, in Arnheim die Verteidigungslinien der deutschen Besatzer zu durchbrechen.

Ab und zu wird die Eusebiuskirche mit Kunstwerken beschenkt. Ein Beispiel für eine solche Schenkung ist das Triptychon in der Ratskapelle. Es wurde 1960 von Theo van der Horst (1921–2003) geschaffen und trägt den Titel „De Vertwijfeling“ (Die Verzweiflung). Mit diesem Werk gab der Maler seine eigenen Eindrücke von der Schlacht um Arnheim wieder.

Wenn Sie mehr über die Schlacht um Arnheim erfahren möchten, empfiehlt sich ein Besuch der Ausstellung „Die Schlacht um Arnheim – 70 Jahre unvollendete Vergangenheit“ im Kirchturm.