Kirchensaal

Der 79 Meter lange, 29 Meter breite und im Mittelschiff bis zu 29 Meter hohe Kirchensaal der Eusebiuskirche gilt als architektonisches Meisterwerk. Trotz der schweren Zerstörungen während der Schlacht um Arnheim und des Wiederaufbaus nach dem Krieg ist ein großer Teil des imposanten Kirchensaals erhalten geblieben.

Die Eusebiuskirche spiegelt die historische Bedeutung der Stadt Arnheim wider. Der wichtigste Bauherr der Eusebiuskirche war Karl von Egmond, Herzog von Geldern und Graf von Zutphen (1467–1538). Karl von Egmond besaß als Herrscher große Macht. Sein politischer und militärischer Einfluss reichte weit über die Niederlande hinaus: Geldern und Arnheim waren damals ein Machtzentrum der europäischen Politik.
Im Kirchensaal finden sich noch heute verschiedene Gegenstände, die direkt mit Karl von Egmond verbunden sind. Unter anderem beherbergt die Kirche sein Prunkgrab, seine Rüstung und die von ihm gestiftete Salvatorglocke. Noch 1538, im Jahr seines Todes, beauftragte der Herzog den Arnheimer Glocken- und Kanonengießer Willem Tolhuys mit der Salvatorglocke. 1539 wurde die Glocke gegossen.

Auch zahlreiche historische Kunstwerke, die mit Bürgern der Stadt Arnheim in Zusammenhang stehen, haben die Jahrhunderte überdauert, darunter die vier Zunfttafeln im nördlichen Querschiff, die Kanzel sowie das Epitaph (Grabmal) von Jodocus Sasbout, Gelderns erstem Kanzler unter Kaiser Karl V.
An der Ostwand des Chorumganges hat sich ein Fresko im Originalzustand erhalten. Dargestellt sind vier Szenen aus der Passion Christi sowie der Aufstand des Jahres 1550.
Auch in musikalischer Hinsicht ragt die Eusebiuskirche hervor. Die Strümphler-Orgel von 1795 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg hier aufgestellt und erst kürzlich vollständig restauriert.

Ebenfalls sehenswert ist die Krypta unter der Eusebiuskirche. Hier liegen unter anderem die Gebeine dreier Neffen Wilhelms von Oranien. Außerdem sind in der Krypta noch die Fundamente des Vorgängerbaus, der im 10./11. Jahrhundert errichteten St.-Martins-Kirche, zu sehen, welche in der Wiederaufbauzeit in den 1960er Jahren ausgegraben wurden.

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