Zeitleiste

 

Frühe Vorgängerbauten
893 Ein Eintrag im Güterverzeichnis der St.-Salvator-Abtei Prüm in der Eifel belegt, dass in Arnheim bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche existierte. Überreste dieses Kirchenbaus wurden 1959 bei archäologischen Grabungen entdeckt.
1420–1422 Erweiterung der St.-Martins-Kirche unter Leitung von Jacob van Boege.
Bau der heutigen Kirche
1452 Beginn der Bauarbeiten an einer neuen, spätgotischen Kirche unmittelbar neben der alten romanischen St.-Martins-Kirche, die später abgerissen wurde.
1453 Die Abtei Prüm schenkt der Arnheimer Pfarrgemeinde die Reliquien des heiligen Eusebius.
1479 Das Uhrwerk des alten Turms wird in der Osternacht zum neuen Turm überführt. Bau des Südportals.
1503 Fertigstellung der Annenkapelle nördlich des Turmes.
1511 Abbruch der letzten Reste der alten Kirche. Beginn der Bauarbeiten am Querschiff.
1536 Fertigstellung des Chorumganges.
1538 Herzog Karl von Egmond wird in der Eusebiuskirche begraben.
1550 Der Unterbau des Turms wird um fast sieben Meter aufgestockt.
1560–1568 Mit dem Bau des Hochchors wird die Kirche fertiggestellt.
Von der katholischen zur protestantischen Kirche
1578 In Arnheim hält die Reformation Einzug. In den folgenden Jahren werden die Katholiken aus dem öffentlichen und religiösen Leben der Stadt verbannt.
1579 Den Katholiken wird das Feiern der Messe in der Eusebiuskirche untersagt. Die Kirche wird protestantisch.
1599–1609 Alles, was noch an die römisch-katholische Tradition erinnert, wird aus der Kirche entfernt oder zerstört. Das Reliquiar mit den sterblichen Überresten des heiligen Eusebius wird rechtzeitig nach Deventer in Sicherheit gebracht und kehrt erst 1622 zurück nach Arnheim.
Erneuerung und Verfall
1633 Blitzeinschlag und Brand im Vierungsturm auf dem Dach des Kirchenschiffes.
1650 Der Turm wird aufgestockt, unter anderem um Platz für ein Glockenspiel zu schaffen.
1737 Erneut schlägt der Blitz ein, diesmal im Turm.
1783 Das verfallene gotische Nordportal wird durch ein Portal im typisch klassizistischen Stil des 18. Jahrhunderts ersetzt.
1851 Die Innenausstattung der Kirche wird vollständig erneuert.
1893 Die Kirche befindet sich in schlechtem Zustand. Der Verein zur Restaurierung der Großen oder Eusebiuskirche beginnt damit, Geld für eine Restaurierung zu sammeln.
1894–1930 Die erste große Restaurierung dauert 36 Jahre. Chor, Haupt- und Querschiff werden ebenso erneuert wie die Innenausstattung.
Zerstörung und Wiederaufbau
1944 Am 17. September landen britische Fallschirmjäger in der Umgebung von Arnheim. Damit beginnt die Schlacht um Arnheim. In der Nacht vom 19. auf den 20. September brennt die Kirche vollständig aus.
1945 Wahrscheinlich im März stürzt der Turm weitestgehend ein und reißt dabei einen großen Teil des Kirchenschiffes mit sich. Die Eusebiuskirche wird zur Ruine.
1947 Haupt- und Querschiff erhalten neue Dächer. Es ist der Beginn des Wiederaufbaus und der Restaurierung der Eusebiuskirche.
1961 Am 21. Oktober, einem Samstag, wird die Kirche in Anwesenheit von Königin Juliana erstmals wieder offiziell genutzt.
1964 20 Jahre nach der Schlacht von Arnheim wird auch der neue Turm fertiggestellt.
Neuerliche Restaurierung
1973 Schwere Sturmschäden. Ein Teil des Gewölbes stürzt ein. Die Bausubstanz wird gründlich überprüft. Dabei stellt sich heraus, dass ein Teil des beim Wiederaufbau verwendeten Natursteins stark verwittert ist.
1981–1994 Neuerliche Restaurierung von Kirchenschiff und Turm. Doch schon wenige Jahre später stürzen erneut Gebäudeteile herab.
2009 Der Turm wird eingerüstet, um Passanten vor herabfallenden Fassadenteilen zu schützen und das Gebäude zur Vorbereitung einer neuen Restaurierung gründlich untersuchen zu können.
2011 Am 25. August wird mit der Ausbesserung der Laterne, des Schlussstücks der Turmspitze, begonnen.

Lediglich zur Restaurierung des Turmes sollte es vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr kommen. Im September 1944 landeten britische Fallschirmjäger im Rahmen der Operation Market Garden nahe Arnheim. Bei Kämpfen zwischen Briten und Deutschen brach in der Kirche ein Brand aus, der sich schnell ausbreitete. Die hölzerne Innenausstattung und die Dächer fielen den Flammen zum Opfer.
Als die Kämpfe vorbei waren, schien der Schaden noch reparabel. Doch im Winter 1944/45 stürzte der Turm ein und riss auch das Kirchenschiff mit sich. Nach dem Krieg wurde der Wiederaufbau der Eusebiuskirche beschlossen, und zwar, in den Worten des Chronisten der Eusebiuskirche, A. G. Schulte, „größer und schöner als je zuvor“.